Gesamtprojekt

bamako 2008

‚„Zukunft Afrika – Visionen im Umbruch“ ist das erste große Vorhaben der Bayreuth Academy for Advanced African Studies. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Entwürfe und Repräsentationen von „Zukunft“ außerhalb Europas oft besonders innovativ und dynamisch auftreten und sich dabei mit besonderen Herausforderungen auseinandersetzen. Dies gilt in besonderem Maße für Afrika und die afrikanischen Diasporas.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Erforschung und Erörterung von Zukunftsperspektiven Afrikas und seiner Diasporas. Diese sind bisher viel weniger beachtet worden als die vielfältigen Agenden, die immer wieder von Außen auf den Kontinent projiziert worden sind. Zukunftswahrnehmungen, die aus den Gesellschaften Afrikas und seiner Diasporas heraus entwickelt werden, sind aber immer auch in ihren weltweiten Vernetzungen und Auswirkungen zu verstehen.

Die Erforschung dieser Zukunftsentwürfe lädt zu stimulierenden, kontinentübergreifenden Betrachtungen ein. Vergleichende Perspektiven sind tragen, bestehende Verflechtungen werden in den Blick genommen. Regional basierte Forschungen zu Afrika und anderen Regionen leisten somit wesentliche Beiträge zu systematischen Debatten über „Zukunft“ weltweit.

Die Arbeit an diesem Projekt findet auf zwei Ebenen statt. Zum einen werden über die ganze Laufzeit hinweg (2012-2016) fünf Teilprojekte unterschiedlicher fachlicher Ausrichtung verschiedene empirische Facetten des Themas untersuchen: Historische Perspektiven richten sich auf den Wandel von Zukunftsentwürfen Afrikas und den afrikanischen Diasporas im weltgeschichtlichen Kontext des 19. und 20. Jahrhunderts (Teilprojekt 1). Visionen von Zeit und Zukunft der Natur Afrikas werden anhand ökologischer und sozialer Modelle untersucht, die beispielsweise in Strategien des Naturschutzes oder im Umgang mit Klimawandel enthalten sind (Teilprojekt 2). Ethnologische und soziologische Ansätze widmen sich Zukunftsvisionen von Mittelschichten als Ausdruck ihres sozialen Aufbruchs in Afrika (Teilprojekt 3). Genreübergreifende Formen literarischer und künstlerischer Repräsentation von Zukunft, die aus den afrikanischen Diasporas heraus generiert und zunehmend im Internet kommuniziert werden, werden etwa anhand des „Afrofuturism“ betrachtet (Teilprojekt 4). Schließlich werden Ikonographien afrikanischer Revolutionen aus kultur- und kunstwissenschaftlichen Perspektiven untersucht und anthologisiert (Teilprojekt 5).

Modifizierte Teilprojekte ab Dezember 2016:

Schaubild BA 2

Das folgende Schema bietet einen Überblick, wie diese verschiedenen Bereiche miteinander verknüpft sind und zusammen das Gesamtprojekt ergeben:

Graphik_Future Africa

Die zweite Säule der Projektarbeit besteht aus insgesamt sechs Arbeitsgruppen, die vom Sommer 2013 bis zum Winter 2015 -16 jeweils für ein Semester zusammentreten. Unter wesentlicher Beteiligung ausgewiesener Gastfellows diskutieren sie fach- und regionalübergreifende Aspekte des Themas „Zukunft Afrika“. Die Arbeitsgruppen bringen empirische Forschungsergebnisse in systematische Vergleiche ein, stimulieren theoretische und konzeptionelle Debatten, und fördern methodische Reflexionen. Die globale und soziale Vielfalt, die zeitliche Struktur und der Modellcharakter von Zukunftsentwürfen kommen dort ebenso zur Sprache wie die Präsenz und Repräsentation von Wissen über und für die Zukunft.